Das Männchen des Mittelsägers ist sehr markant gezeichnet. Der dunkle Federschopf, die braune Brust, das seitlich der Flügel schwarz-weiß gefächerte Muster, das alles macht ein Mittelsägermännchen zu einer imposanten Erscheinung. So kann man den Mittelsäger leicht von einem
Gänsesäger unterschieden. Das Weibchen ist unscheinbar grau-braun gefärbt. Beide Geschlechter fallen aber durch ihre leuchtend roten Augen und ihren roten Sägerschnabel mit den nach hinten gerichteten Zacken im Kiefer auf. Das Männchen ruft manchmal mit einem leisen, rauen „Prr“, vom Weibchen hört man ein schnelles „Krr-krr-krr“ oder ein heißeres „Räck-räck“.
Mittelsäger findet man im Gegensatz zu den Gänsesägern auch auf dem Meer. Sie brüten vor allem in der waldreichen nordischen Taiga und Tundra. Der gesägte Schnabel ermöglicht das Festhalten von Forellen, Lachsen, Barschen oder Dorschen. Manchmal erbeuten sie auch Wasserinsekten. Während der Jagd unter Wasser werden die Füße, aber auch die Schwingen zur Fortbewegung eingesetzt.

Mittelsäger: Männchen beim Balzen und Weibchen (KI-Farbillustration).
Die Gruppenbalz beginnt bereits im Winter. Wenn ein Männchen das Weibchen beeindrucken will, hebt es den Kopf und knickst danach mit der Brust unter Wasser, gleichzeitig präsentiert es das Hinterteil und die roten Füße. Dabei gibt es ein typisches Geräusch von sich. Das Nest wird bevorzugt unter ein Wurzelsystem von Bäumen direkt an einem See gebaut, manchmal auch direkt am Boden in dichter Vegetation oder zwischen Steinen. Ab Ende April legt das Weibchen acht bis zehn Eier. Manchmal werden mehrere Nester gleichzeitig mit Eiern belegt. Das Weibchen brütet allein, beim Entfernen belegt es die Eier mit Dunen. Die Jungen schlüpfen nach vier bis fünf Wochen. Sie werden vom Weibchen geführt, manchmal finden sich dabei bis zu 100 Jungtiere zusammen, die von einem einzigen Weibchen begleitet werden. Nach ungefähr sieben Wochen können sie selbständig fressen und spätestens nach weiteren zwei Wochen sind sie flugfähig.
Mittelsäger sind während der Brutzeit sehr störungsanfällig. Sie reagieren empfindlich auf Camping, Badebetrieb, Surfer oder Boote. Gefährdet werden sie auch durch den Rückgang geeigneter Brutplätze, durch Gewässerverschmutzung und durch illegale Jagd. Zur Erhaltung der Brutplätze müssen an den Seen Ruhezonen eingerichtet werden. Manche Populationen sind Standvögel, andere suchen im Winter die Meeresküsten auf
Bilder


Mittelsäger Männchen beim Schwimmen.


Mittelsäger Weibchen beim Schwimmen.


Männchen hebt Kopf bei der Werbung um ein Weibchen.


Männchen knickst in das Wasser beim Balzen.


Mittelsäger Männchen und Weibchen stehen auf Fels.


Mittelsäger Männchen und Weibchen liegen auf Fels.


KI-Farbillustration: Mittelsäger Männchen.


KI-Farbillustration: Mittelsäger Weibchen.


KI-Farbillustration: Weibchen führt zahlreiche Junge.