Der Sandregenpfeifer ist etwas größer als der ähnliche
Flussregenpfeifer. Er unterscheidet sich von diesem durch die gelborange Schnabelwurzel und das etwas breitere Brustband, auch das schwarze Stirnband ist oben nicht weiß begrenzt. Im Flug erkennt man eine weiße Flügelbinde. Das Weibchen hat an der Brust auch bräunliche Stellen. Im Schlichtkleid ist der Sandregenpfeifer dem Flussregenpfeifer noch ähnlicher, da die orangefarbene Schnablefärbung fehlt. Der Ruf ist ein zweisilbiges „Tü-ip“.
Der kleine Vogel sucht seine Nahrung nach der Methode „Stop-and-go“ am Boden. Dabei läuft er ein wenig, bleibt dann wieder stehen und späht. Dann pickt er blitzschnell nach der Beute. Zur Nahrung gehören Würmer, Insekten und deren Larven, kleine Krebstiere oder kleine Schnecken. Im Schlick trampelt er mit den Füßen, um die Beutetiere aufzuschrecken. Er sucht seine Nahrung vor allem in der feuchten Sandzone an den Stränden, im Wattenmeer, auf Kiesbänken der Flüsse oder an Seen mit flachen Ufern. Bei Erregung nickt er mit dem Kopf nach vorne.
Die Paare finden sich oft schon im Winterquartier. Vor dem Brüten vollführt das Männchen einen Singflug, um das gewählte Revier zu verteidigen. Es baut dann mehrere flache Mulden. Das Weibchen sucht eine geeignete Mulde zum Nisten aus. Eier und Nest, aber auch der Vogel mit seiner Zeichnung sind hervorragend getarnt. Oft wird das Nest noch mit kleinen Muschelschalen ausgelegt. Das Weibchen legt in der Regel vier sandfarbene Eier, die mit dunklen Flecken versehen sind. Nach drei bis vier Wochen schlüpfen die Jungen, sie werden von beiden Eltern hochgezogen. Manchmal erfolgt noch eine zweite Brut im gleichen Jahr. Die Eltern bringen rund jeden zweiten Jungvogel durch. Sandregenpfeifer können relativ alt werden, es ist ein Ringvogel dokumentiert, der mehr als 16 Jahre alt wurde.
Sandregenpfeifer findet man vor allem an den Küsten und auch im Hinterland auf Wiesen und Weiden, weniger häufig auch auf Ackerland und in der Tundra. Die Brutgebiete finden sich im Norden Frankreichs, in Belgien und Holland, in Norddeutschland, auf den Britischen Inseln, in Island, in Skandinavien, in Polen und dem Baltikum und im äußersten Norden Russlands. Das Wanderverhalten ist sehr variabel, es gibt Kurz- und Langstreckenzieher, der Vogelzug erfolgt stets in der Nacht. Manche Populationen ziehen im Winter bis nach Italien, Nordafrika oder Vorderasien, andere überwintern an der Atlantikküste von Irland bis zu den Kanarischen Inseln. Die Brutvögel der deutschen Küste überwintern an der Atlantikküste Frankreichs und Spaniens.
Die größte Bedrohung für diesen kleinen Regenpfeifer sind Baumaßnahmen zum Küstenschutz und Flussbegradigungen im Binnenland. Auch die Eutrophierung der Flüsse aufgrund der Intensivlandwirtschaft, Gewässerverschmutzungen und Störungen an den Brutplätzen durch Wassersport oder Tourismus stellen ein Problem dar. Schutzmaßnahmen betreffen vor allem die Wiederherstellung der ursprünglichen Bruthabitate und das Einrichten von Schutz- und Ruhezonen.
Fotos


Sandregenpfeifer auf einem Felsen in Island.


Sandregenpfeifer auf einem Felsen in Schottland.


Sandregenpfeifer mit Wasserspiegelung in Island.


Sandregenpfeifer mit Jungvogel im Eiderwatt.


Sandregenpfeifer mit gut getarntem Jungvogel.


Der Jungvogel ist hervorragend getarnt.