Kiebitz
Kiebitz
Lateinisch: Vanellus vanellus 
Englisch: Lapwing 
Französisch: Vanneau huppé 
  
Klasse: Vögel 
Ordnung: Regenpfeiferartige
Familie: Regenpfeifer

Größe: bis 31 cm 
Lebensraum: Wiesen, Felder, Moore
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Das besondere Merkmal des Kiebitzes ist der auffällige Federschopf. Weitere Merkmale wie das weiße Brustband mit dem schwarzen Latz, der schwarze Scheitel und der metallisch grün schillernde Glanz der Oberseite kennzeichnen das Männchen. Im Schlichtkleid sind die Farben an den Flügeln und auch die Kontraste am Kopf weniger ausgeprägt, der Federschopf ist etwas kürzer. Beim Weibchen ist der Federschopf deutlich kürzer, es erscheint weniger farbig, der Glanz ist matter, der Scheitel ist braun und am Kinn und Kehle sind mehr weiße Federn vorhanden. Bei jungen Vögeln ist der Federschopf nur wenig ausgebildet, und die gescheckte Oberseite enthält helle Federn. Im Flugbild fallen die gerundeten Flügel und die typische schwarz-weiße Zeichnung auf. Das laute „Kjie-wtt“ ist typisch und namensgebend für diesen Regenpfeifer. Beim Balzflug vernimmt man auch ein Wummern, das durch die Flügelschläge erzeugt wird.
 
 
Kämpfende Amselmännchen
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Balzender Kiebitz (KI-Illustration).


Kiebitze brüten heute überwiegend auf den offenen Grasflächen der Wiesen und Felder in kleinen Kolonien. Die Balzzeit beginnt frühstens Ende Februar, die Eier werden Ende März oder Anfang April gelegt. Je nach Gegend und Witterung kann die Brutzeit variieren. Bei der Werbung um ein Weibchen vollführt das Männchen einen Balzflug, in dem es wilde Manöver vorführt und dabei jodelnde oder quietschende Laute von sich gibt. So werden die Weibchen ins Revier gelockt. Zum Balzritual gehört das Anlegen von mehreren Bodenmulden. Dabei drückt das Männchen seinen Oberkörper an den Boden und drückt mit kreisenden Bewegungen eine Vertiefung in das Gras. Diese wird mit pflanzlichem Material ausgepolstert. Das Weibchen begutachtet die Mulden, wählt eine aus und legt danach drei oder vier Eier hinein. Diese werden von beiden Eltern abwechselnd bebrütet, und auch nach dem Schlüpfen bewachen beide das Nest. Die Jungen werden fünf Wochen lang beschützt und begleitet.

Der Kiebitz findet den optimalen Lebensraum dort, wo er ursprünglich gebrütet hat: Auf Feuchtwiesen und Mooren bietet der niedrige Bewuchs Nistmöglichkeiten, ungehinderte Fortbewegung der noch nicht flugfähigen Jungvögel, geeignete Nahrung und zugleich genügend Verstecke vor den Fressfeinden. Kiebitze suchen Ihre Nahrung im feuchten Boden. Dort finden sie Spinnen, Insektenlarven, Regenwürmer und Schnecken. Dabei wird „Stop-and-go“ als Jagdtechnik eingesetzt: Sie machen ein paar schnelle Schritte, verharren, spähen dabei nach Beute und picken diese dann blitzschnell auf. Auch ihr gutes Gehör kommt ihnen dabei zu Hilfe. Im Winter nehmen Kiebitze auch pflanzliche Kost zu sich. Bei Frost kommen sie nicht mehr an ihre Nahrung, dies kann lebensbedrohlich sein.

Kiebitze sind keine guten Langstreckenflieger, sie ziehen im Winter nur kurze Strecken. Kiebitzbrutgebiete sind verstreut in großen Teilen Europas zu finden, außer an der Mittelmeerküste. Die Brutgebiete reichen bis nach Ostsibirien. Die in Skandinavien und in Osteuropa brütenden Vögel bevorzugen vor allem Frankreich und die Benelux-Länder als Überwinterungsgebiete.

Natürliche Feinde sind die Krähen, die meistens erfolgreich vom Nest vertrieben werden. Bei einem Kolkraben oder bei Wiesel und Fuchs haben die Kiebitze allerdings nur geringe Chancen. Die Brut ist auch durch das zu frühe Mähen auf dem Ackerland bedroht. Die Habitate der Feuchtwiesen, Sümpfe und Moore sind stark zurückgegangen. Früher setzte die Jagd den Kiebitzen massiv zu. Während der Brut reagieren Kiebitze stark auf Störungen durch Hunde und durch Aufscheuchungen aller Art. Je größer eine Kolonie ist, umso besser können sich Kiebitze gemeinsam gegen einen Eindringling verteidigen. Dafür brauchen sie eine Fläche mit guter Sicht. Wälder und Gebüsche sind für Kiebitze nicht als Brutgebiet geeignet.
 
 
Kiebitzinsel bei Ins
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„Kiebitzinsel“ mit Elektrozaun vor Ins im Grossen Moos 2026.


Während früher der Kiebitz weit verbreitet war, sind seine Bestände gegen Ende des 20. Jahrhundert stark zurückgegangen. In der Schweiz waren zum Beispiel im Jahr 2005 nur noch 80 Brutpaare zu verzeichnen. Diese bedrohliche Lage führte zu einem umfangreichen Schutzprogramm. 2024 waren es dann wieder 205 Paare an 23 Brutplätzen, was aber insgesamt aber immer noch sehr wenig ist – vor allem weil der Bestand nur an drei oder vier Brutplätze einigermaßen stabil ist, zum Beispiel im Grossen Moos bei Ins, in der Wauwiler Ebene im Kanton Luzern oder im Nuoler Ried am Zürichsee. Zur Erhaltung des Kiebitzes sind rigorose Maßnahmen notwendig, zum Beispiel:

Bilder zum Kiebitz


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Kiebitz-Männchen im Prachtkleid mit langer Federschopf.

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Das Weibchen ist weniger farbig, der Federschopf ist kürzer.

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Fliegender Kiebitz von unten mit typischer Zeichnung.

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Knicksendes Kiebitz-Männchen in der Balzzeit.

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Das Männchen versucht ein Weibchen anzulocken.

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Es bückt sich an den Boden und stellt die Flügel nach oben.

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Zur Balz präsentiert das Männchen gerne sein Hinterteil.

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Es drückt seinen Oberkörper in eine Bodenmulde.

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Der junge Kiebitz hat auf der Oberseite noch helle Federn.
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