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Neuntöter
Lateinisch: Lanius collurio  
Englisch: Red-backed Shrike 
Französisch: Pie-grêche écorcheur 
 
Klasse: Vögel 
Ordnung: Sperlingsvögel 
Familie: Würger 
 
Größe: 17 cm 
Lebensraum: offene Landschaften mit Büschen und dornigen Hecken
Hilfe Zoom Zeichnung Gesang
Die schwarze Augenbinde, der graue Kopf und das Rotbraun am Rücken sind die Erkennungsmerkmale dieses Würgers. Im Vergleich zum Schwarzstirnwürger reicht das Augenband nur ganz wenig über die Augen. Der Neuntöter ist deutlich kleiner als der Raubwürger. Das Weibchen ist am Kopf rötlicher gefärbt als das Männchen, es hat auch nur eine hellbraune, kurze Augenbinde hinter den Augen. An der Seite findet sich ein braunes, leicht geriffeltes Muster. Der Revier-Gesang des Männchens klingt knirschend und ist mit Imitationen anderer, meist kleinerer Singvögel durchsetzt. So kann ein Neuntöter den Gesang einer Feldlerche nachahmen und trägt ihn sogar etwas leiser als das Original vor. Typisch ist auch der schwirrende Ruf, wenn der Neuntöter auf einem Busch sitzt.
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Neuntöter: Männchen und Weibchen (KI-Illustration).


Der Neuntöter ist ein Ansitzjäger: Geduldig wartet er auf einem Dornenbusch bis ein größeres Insekt in der näheren Umgebung auftaucht. Er gleitet lautlos zu seiner Beute und tötet sie mit seinem scharfen Schnabel. Dabei hält er sie mit den Füßen fest. Bei Nässe und Regen jagt er am Boden, bei trockener, warmer Witterung verfolgt er die Insekten auch im Flug. Die Beute wird bearbeitet, er zerkleinert, entstachelt oder putzt sie sorgfältig. Wie alle Würger spießt er vor allem die größere Beute als Vorrat auf den Dornen der Seitenäste auf. Zur Nahrung zählen Insekten wie Käfer, Heuschrecken, Grillen, Hummeln oder Fliegen, aber auch Spinnen und sogar junge Feldmäuse.

Zur Brutzeit im Mai besetzt er ein Revier. Dann beginnt er mit dem Balzgesang und vollführt Balzflüge zur Beeindruckung eines Weibchens. Er bringt ihm auch Beutetiere und plustert sich mit gefächertem Schwanz auf. Die Nester werden gut versteckt im dichten Gebüsch gebaut. Bevorzugt werden Dornbüsche wie Schwarzdorn, Heckenrose oder Weißdorn, weniger häufig andere Büsche wie Holunder oder Hartriegel. Das Weibchen legt vier bis sieben Eier. Nach rund zwei Wochen schlüpfen die Jungen, die von beiden Eltern gefüttert werden. Sie verlassen schon nach weiteren zwei Wochen das Nest.

Im Winter ziehen die Neuntöter nach Afrika. Dabei legen sie pro Weg bis zu 8000 Kilometer zurück. Ein Neuntöter kann in der freien Natur bis zu sieben Jahre alt werden. Die größte Gefahr für ihn ist der Verlust des Lebensraumes durch Intensivlandwirtschaft, durch den Einsatz von Insektiziden, durch Beseitigung der Heckenlandschaften, Heiden und Brachwiesen sowie die Trockenlegung von Moorlandschaften. Die Schutzmaßnahmen bestehen vor allem darin, diese natürlichen Biotope zu erhalten oder wieder herzustellen.


Bilder


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KI-Illustration: Männchen mit aufgespießtem Insekt.

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KI-Illustration: Weibchen des Neuntöters.

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Das Weibchen hat eine braune Augenbinde.
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