Afrikanischer Lungenfisch
Protopterus annectens Owen
0,3 bis 1 m; 1 bis 4 kg oder mehr
Familie Eigentliche Lungenfische Protopteridae

Klasse, Ordnung

Lungenfische, Lungenfische.

Englisch: West African Lungfish.
Französisch: Dipneuste africain.

Lebensraum
Flache Flüsse, Sümpfe, Überschwemmungsgebiete und zeitweise austrocknende Gewässer in West- und Zentralafrika.

Nahrung
Krebse, Schnecken, Insektenlarven, Würmer, kleine Fische und Amphibien.

Afrikanischer LungenfischLupeAfrikanischer Lungenfisch.
Afrikanischer LungenfischLupeFadenartige Flossen.
Merkmale
Evolution
Lebensweise
Nahrung
Gefährdung
Bilder
Beschreibung
Merkmale

Der Afrikanische Lungenfisch ist ein aalähnlicher Fisch mit rundlichem Körperquerschnitt. Er besitzt winzige Augen sowie fadenartige Brust- und Bauchflossen. Die Schwanzflosse geht ohne deutliche Abgrenzung in den Flossensaum am Hinterkörper über. Die Färbung ist meist graubraun bis olivbraun mit dunkleren Flecken. Besonders auffällig ist, dass dieser Fisch nicht nur Kiemen besitzt, sondern auch einfache Lungen, mit denen er Luft aus der Atmosphäre atmen kann.


Bedeutung in der Evolution

Lungenfische sind für die Evolutionsgeschichte interessant, weil sie zu den nächsten heute lebenden Verwandten der ersten Landwirbeltiere (Tetrapoden) gehören. Sie besitzen bereits echte Lungen sowie ein Kreislaufsystem, das in Ansätzen dem der Landwirbeltiere ähnelt. Sie stehen in der Übergangsphase vom Wasser- zum Landleben, haben aber den Schritt zum Landtier nie vollzogen. Ihre Vorfahren im Devon vor etwa 400 Millionen Jahren entwickelten ähnliche Anpassungen wie die frühen Landwirbeltiere. Die fadenartigen Flossen der heute lebenden Lungenfische sind Tastorgane, sie dienen zur Stabilisierung und helfen bei der Fortbewegung am Meeresboden. Für das Aufstützen an Land – wie das früher einmal vermutet wurde – sind sie nicht geeignet.

 
Lebensweise

Der Afrikanische Lungenfisch lebt in warmen, oft sauerstoffarmen Binnengewässern. Er steigt regelmäßig an die Wasseroberfläche auf, damit er Luft holen kann. Während der Trockenzeit gräbt er sich tief in den Schlamm ein und bildet eine Schleimhülle aus. In diesem Ruhestadium, der Ästivation, überdauert er Wochen oder sogar Monate, bis irgendwann wieder Regen fällt. Zur Fortpflanzung baut das Männchen in überschwemmten Uferbereichen eine Brutröhre oder Nestmulde, in der die Eier abgelegt werden. Das Männchen bewacht das Gelege und die Jungtiere noch einige Zeit.


Nahrung

Afrikanische Lungenfische ernähren sich vor allem von wirbellosen Tieren wie Krebsen, Schnecken, Insektenlarven und Würmern. Daneben fressen sie auch kleine Fische, Kaulquappen oder andere Amphibien. Sie suchen ihre Nahrung beim bedächtigen Schwimmen am Gewässergrund und saugen oder schnappen die Beute dann plötzlich ein.


Gefährdung

Natürliche Feinde sind größere Raubfische, Wasservögel und Krokodile. Gefahren für die Lungenfische entstehen vor allem durch das Trockenlegen von Sümpfen, durch Wasserverschmutzung und durch den Fischfang. In manchen Regionen hilft dem Lungenfisch seine besondere Anpassung an Trockenzeiten, aber anhaltende Dürre verträgt er nicht. Dies ist vor allem dann gravierend, wenn sein Lebensraum beschädigt ist. Deshalb müssen die Feuchtgebiete erhalten bleiben.


Bilder

Bild vergrößern! ZoomLungenfisch: Freigestellte Farbzeichnung von der Seite (KI-Bild).
Bild vergrößern! ZoomLungenfisch: Freigestellte Strichzeichnung von der Seite (KI-Bild).
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