Axolotl
Ambystoma mexicanum Shaw
15 bis 30 cm; meist 60 bis 200 g
Familie Querzahnmolche Ambystomatidae
Klasse, Ordnung
Amphibien, Schwanzlurche.

Englisch: Mexican Axolotl.
Französisch: Axolotl du Mexique.

Lebensraum
Kühle Süßwasserseen und Kanäle im Hochland von Mexiko, vor allem im Gebiet von Xochimilco.

Nahrung
Würmer, Insektenlarven, kleine Krebstiere, Weichtiere sowie kleine Fische.


KreuzotterLupeAxolotl: weiße Variante aus einer Zucht.
KreuzotterLupeDunkle Variante.
Merkmale
Lebensweise
Regeneration
Evolution
Gefährdung
Illustration
Beschreibung
Merkmale

Der Axolotl ist ein dauerhaft im Wasser lebender Schwanzlurch mit langgestrecktem Körper, breitem Kopf und flachem Ruderschwanz. Die vorderen Gliedmaßen tragen vier Zehen, die hinteren fünf. Auffällig sind die drei paarigen, buschigen Außenkiemen am Hinterkopf. Die Haut ist weich und meist dunkel gefärbt; in Zuchten treten auch weiße oder gelbliche Färbungen auf. Erwachsene Tiere behalten Merkmale aus dem Larvenstadium wie die Außenkiemen und den Flossensaum. Dieses Phänomen nennt man Neotenie.

Die kleinen, lidlosen Augen ermöglichen nur eine eingeschränkte Sicht und dienen vor allem dazu, Bewegungen und Helligkeitsunterschiede zu erkennen. Eine zentrale Rolle spielt das Seitenlinienorgan, mit dem der Axolotl selbst im Dunkeln feinste Wasserbewegungen und Druckveränderungen wahrnimmt. Ergänzt wird dies durch ein gut entwickeltes Geruchsorgan, das ihm hilft, Beute, Artgenossen und chemische Veränderungen im Wasser zu erkennen. Ein äußeres Ohr besitzt der Axolotl nicht; stattdessen nimmt er Schwingungen und Vibrationen über sein Innenohr wahr. Auch die empfindliche Haut mit zahlreichen Rezeptoren trägt zur Wahrnehmung von Berührungen und Strömungen bei. Das Zusammenspiel dieser Sinne ermöglicht es dem Axolotl, sich sicher zu orientieren und erfolgreich zu jagen, auch bei schlechter Sicht.


Axololotl
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Axololotl (KI-Bild)
 
Lebensweise

Der Axolotl lebt am Gewässergrund und ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Er bewegt sich schreitend über den Boden oder schwimmt mit schlängelnden Bewegungen. Zur Fortpflanzungszeit setzt das Männchen ein Samenpaket auf dem Untergrund ab, das vom Weibchen aufgenommen wird. Die befruchteten Eier werden einzeln an Wasserpflanzen geheftet. Aus ihnen schlüpfen die im Wasser lebenden Larven, die sich nicht – wie bei anderen Amphibien – weiterentwickeln und auch als erwachsene Tiere in diesem Stadium verharren.

Axolotl sind Lauerjäger. Sie fressen Würmer, Insektenlarven, kleine Krebstiere, Schnecken, Kaulquappen und gelegentlich kleine Fische. Die Beute wird mit einer raschen Saugbewegung ins Maul eingesogen.


Regeneration

Verliert ein Axolotl ein Bein, setzt ein außergewöhnlicher Regenerationsprozess ein. An der Wundstelle bildet sich zunächst ein sogenanntes Blastem, ein Gewebe aus undifferenzierten Zellen. Diese Zellen teilen sich und entwickeln sich anschließend wieder zu Knochen, Muskeln, Nerven und Haut. Innerhalb weniger Wochen bis Monate entsteht so ein vollständig funktionsfähiges neues Bein, das sich kaum vom Original unterscheidet. Dieser Prozess funktioniert auch bei Teilen von Organen wie Herz oder Rückenmark.


Evolutionsbiologische Bedeutung


Der Axolotl ist für die Evolutionsbiologie besonders interessant, da er das klassische Beispiel für Neotenie darstellt. Er durchläuft keine Metamorphose und behält sein ganzes Leben lang die Merkmale des Larvenstadiums, obwohl er geschlechtsreif wird. Der Axolotl liefert wichtige Hinweise darauf, wie sich Amphibien und andere Wirbeltiere im Laufe der Evolution angepasst haben. Im Jahr 1804 brachte Alexander von Humboldt das erste Tier in Alkohol eingelegt nach Europa ins Pariser Naturkundemuseum. Der Name ist von den aztekischen Wörten atl („Wasser“) und Xolotl (Aztekengott) abgeleitet und bedeutet so viel wie „Wassermonster“.


Gefährdung

Zu den natürlichen Feinden zählen größere Fische und Vögel. Besonders bedrohlich sind jedoch die Zerstörung und Verschmutzung des Lebensraums, die Trockenlegung von Gewässern sowie eingeschleppte Fische wie Karpfen und Tilapien, die Eier und Jungtiere fressen. Der Axolotl ist in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet stark gefährdet und vom Aussterben bedroht. Schutzmaßnahmen umfassen die Erhaltung und Reinigung der Kanäle von Xochimilco sowie Nachzuchtprogramme.


Axololotl
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Axololotl (KI-Bild)

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